Die Woche war relativ unspektakulär. Die Pflanze ist bis Mitte der Woche im Schneckentempo weitergewachsen; am Blütetag 10 konnten stolze 23 cm gemessen werden – rund 1,5 cm pro Tag seit Umstellung auf 12/12. Ich wollte zwar die kleinstmögliche Pflanze haben, aber keinen Zwerg.
Deshalb wurde die Bewässerung angepasst, um das Längenwachstum zu fördern. Aktuell wächst sie etwa 3 cm pro Tag und hat am BT13 eine Höhe von 32 cm erreicht. Die Genetik scheint jedoch kaum echten Stretch zu besitzen: Sie sieht aus, als wolle sie „rauspushen“, kommt aber nicht richtig aus dem Startblock. Wenigstens wird der Durchgang nicht aufgrund der Höhe beendet 😀![]()
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Wer möchte kann einmal in die Datenanalyse mitkommen:
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VWC steht für Volumetric Water Content (Volumetrischer Wassergehalt). Er gibt an, zu welchem Prozentsatz der Steinwollwürfel mit Nährlösung gefüllt ist. Etwa 1–2 Stunden nach Lichtbeginn wird der Block auf maximale Kapazität gepumpt; anschließende Bewässerungen dienen der Erhaltung.
Am 07.04. wurde noch generativ bewässert – wenige Shots mit jeweils 200 ml Nährlösung und starkem Zurücktrocknen. Am 08.04. habe ich versucht, vegetativ zu bewässern, und am 09.04. hat es dann funktioniert: mehrere kleine 100 ml Shots über einen längeren Zeitraum, mit insgesamt weniger Rücktrocknung, wenn der Bewässerungszyklus neu startet.
Die Wurzeln sind in dieser Zeit weiterhin gut gewachsen, wodurch die maximale Wasserkapazität täglich leicht gesunken ist. So lässt sich das Wurzelwachstum indirekt über die Daten mitverfolgen.![]()
Das ist der EC-Chart ab Blütetag 4. Die Erhöhung des EC-Werts hat insgesamt gut funktioniert – ich lag zwar etwas unter meinen Zielwerten, aber der Chart sieht optisch einfach genial aus, daher habe ich kaum nachgeregelt.
Mit der geänderten Bewässerung hat sich das Setup jedoch leicht verschoben: weniger Rücktrocknung, dafür insgesamt niedrigere Durchschnitts-EC-Werte. Die Pflanze hat begonnen, Nährstoffe aus den unteren Blättern zu ziehen. Der Plan für den Stretch ist, sie zwischen EC 3.5 und 4.5 zu halten.
Der dritte wichtige Faktor ist der Drain. Mit wenig Drain kann man den EC relativ einfach erhöhen, ohne die Nährlösung anzupassen – vorausgesetzt, der pH-Wert stimmt und genug Substrat mit hohem EC-Wert ausläuft. Das muss allerdings regelmäßig gemessen werden.
Zwischenfazit:
Man muss es einfach richtig machen. 😊
Ich meine nicht den perfekten Grow, sondern die Bereitschaft, täglich alle Werte zu messen, zu dokumentieren und gegebenenfalls anzupassen. Das System läuft sonst schnell aus der Spur – besonders, wenn man sich an Anleitungen von Grodan oder Athena hält. Der Vorteil liegt darin, dass man gezielt Werkzeuge bekommt, um die Pflanze in bestimmte Richtungen zu steuern und so möglicherweise eine schönere Knolle zu entwickeln.
Wer sich streng an Grodan oder Athena hält, hat ein hervorragendes Rezept, um das Maximum herauszuholen. Für größere Profi-Setups ist das perfekt; im Hobbybereich mit nur einer Pflanze erzielt aber auch ein Autopot-System ausgezeichnete Ergebnisse.