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Die Welt schrieb:
Betreiber lukrativer Cannabis-Plantage vor Gericht
Merkwürdige Gerüche in einem Industriegebiet führten die Lüneburger Polizei zu einer riesigen Marihuana-Plantage. Das Ganoven-Duo kannte sich seit Jahren und erzielte hohe Preise für die Drogen.Weil sie jahrelang im großen Stil eine Cannabis-Plantage betrieben haben sollen, müssen sich zwei 34 und 53 Jahre alte Männer seit Montag vor dem Landgericht Lüneburg verantworten. Der Anklage zufolge verkaufte das Ganoven-Duo die selbst angebauten Drogen für 3500 bis 4200 Euro pro Kilogramm.
Ein lukratives Geschäft: Als die Polizei die Plantage im Februar in einer Lagerhalle im Lüneburger Industriegebiet entdeckte, fand sie dort Rauschgift im Wert von einer halben Million Euro. 3878 Cannabispflanzen wurden sichergestellt. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) handelt es sich um die bisher größte ausgehobene Drogenplantage in Niedersachsen in diesem Jahr.Seit 2007 Cannabispflanzen angebaut
Die Männer sitzen seit ihrer Festnahme vor einem halben Jahr in Untersuchungshaft. Beim Prozessauftakt schwiegen sie zunächst. Ihre Verteidiger rügten die Besetzung der Strafkammer, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Insgesamt sind 14 Verhandlungstage angesetzt, drei Sachverständige wurden eingeladen.
Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft baute der ältere Angeklagte ab 2007 zunächst 3400 Cannabispflanzen in einer Mühle in Dassendorf (Schleswig-Holstein) östlich von Hamburg an. Gegen den Mann aus Buchholz in der Nordheide lag ein europäischer Haftbefehl vor, weil er auch zwischen 2004 und 2006 im nordrhein-westfälischen Solingen eine Marihuana-Plantage betrieben haben soll. Ihm wird zudem illegaler Waffenbesitz vorgeworfen.
Sein 34 Jahre alter Komplize, der vor seiner Festnahme in Hamburg lebte, soll die Ernte in den Jahren 2008 bis 2010 verkauft haben. Vor fünf Jahren stieg er laut Anklage auch in das Anbaugeschäft ein. Im Oktober 2011 richtete das Duo dann die Plantage in Lüneburg ein. Passanten hatten dort Ende Februar merkwürdige Gerüche bemerkt und die Polizei zu der riesigen Plantage geführt.Plantagen-Betreiber zapfen illegal Strom ab
Die zweitgrößte in diesem Jahr ausgehobene Cannabis-Plantage mit 3300 Pflanzen entdeckte der Zoll im ostfriesischen Leer, wie das LKA in Hannover auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Darüber hinaus fanden Drogenfahnder landesweit seit Januar 22 Großplantagen mit jeweils über 100 Pflanzen.
Straftaten im Zusammenhang mit Cannabis liegen den Experten zufolge seit Jahren auf hohem Niveau, da sich mit dem Straßenverkauf große Gewinne erzielen lassen. Häufig zapfen die Plantagenbetreiber Strom illegal vor dem Zähler ab, um die Energiekosten zu umgehen.
Quelle:
Die Welt