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KNF - Korean Natural Farming - unabhängig von der Industrie und dazu noch günstig

  • theredone
  • 17. März 2026 um 22:28
  • theredone
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    • 17. März 2026 um 22:28
    • #1

    Mit halbwegs intelligenter Hilfe ("KI") habe ich mir eine KNF Handbuch erstellt,
    gerne möchte ich es mit euch teilen.

    Ich hoffe das viele von euch daran Spaß haben, daraus lernen und die Ergebnisse der Grows im besten Fall deutlich noch besser werden.

    Jedes Kapitel wird ein einzelner Beitrag, also wartet mit dem kommentieren gerne etwas ab.

    Viel Spaß beim lesen, lernen, mit- und nachmachen.

  • theredone
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    • 17. März 2026 um 22:28
    • #2

    Korean Natural Farming (KNF) - ein kurzes Handbuch


    Kapitel 1: Die Nährstofflösung (Nutritional Formula)

    Die korrekte Reihenfolge beim Anmischen ist entscheidend, um chemische Ausfällungen zu vermeiden und die Synergie der Komponenten zu maximieren.

    1. Trägermedium: 1000 ml entchlortes Wasser (). Leitungswasser sollte mindestens 24 Stunden abstehen, damit Chlor entweichen kann, welches sonst die nützlichen Mikroben schädigen würde.
    2. OHN - Oriental Herbal Nutrient (1 ml): Fungiert als biologischer Katalysator. Er stärkt das Immunsystem der Pflanze und wirkt als Synergist für alle weiteren Zutaten.
    3. BRV - Brauner Reisessig (2 ml): Reguliert den pH-Wert der Lösung nach unten und erhöht die Membranpermeabilität, was die Nährstoffaufnahme beschleunigt.
    4. Minerale (je 1 ml): * WCA: Wasserlösliches Calcium für Zellstabilität.
    • WCP: Wasserlösliches Calcium-Phosphat für die Blütephase.
    • WMA: Wasserlösliches Magnesium für die Chlorophyllbildung.
    1. Fermente (2 ml): * FPJ (Fermented Plant Juice): Für das vegetative Wachstum.
    • FFJ (Fermented Fruit Juice): Für die generative Phase (Fruchtbildung).
    1. LAB (1 ml): Milchsäurebakterien, die die Oberflächen besiedeln und pathogene Keime verdrängen.
    2. Meersalz (0,1 g): Ein Mischverhältnis von 1:1000 liefert essentielle Spurenelemente aus dem Urmeer.
  • theredone
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    • 17. März 2026 um 22:29
    • #3

    Kapitel 2: IMO – Indigene Mikroorganismen (Phasen 1–4)

    Indigene Mikroorganismen sind das Herzstück von KNF. Sie stammen aus der lokalen Umgebung und sind perfekt an das Klima und den Boden angepasst.

    IMO 1: Die Kollektion (Collection)

    Ziel ist es, die starken, lokalen Pilzkulturen (Myzelien) aus ungestörten Ökosystemen zu sammeln.

    • Substrat: Brauner Reis wird "al dente" gekocht. Er darf nicht zu matschig sein (ca. 60–70 % Feuchtigkeit), damit genügend Luftzwischenräume für das Pilzwachstum bleiben.
    • Methode: Den Reis in eine Holzbox (vorzugsweise Zeder oder Kiefer) füllen. Die Box sollte einen Boden aus Mesh haben. Mit atmungsaktivem Papier oder Stoff abdecken und im Wald unter einer Laubschicht platzieren, idealerweise dort, wo bereits weißer Pilzschleier sichtbar ist.
    • Zeit: 2–4 Tage im Sommer, 5–7 Tage im Winter. Sobald ein dichter, weißer Myzelteppich den Reis überzieht, ist die Sammlung erfolgreich.


    IMO 2: Stabilisierung (Stabilization)

    In dieser Phase werden die Mikroben in einen osmotischen Ruhezustand versetzt, um sie lagerfähig zu machen.

    • Verfahren: Der bewachsene Reis aus IMO 1 wird gewogen und im Verhältnis 1:1 mit braunem Rohrohrzucker vermischt.
    • Biochemie: Der Zucker entzieht den Mikroben durch Osmose das Wasser, wodurch sie in einen "Schlafzustand" versetzt werden, ohne abzusterben.
    • Lagerung: In einem Glasgefäß, dunkel bei aufbewahren.


    IMO 3: Expansion (Kultivierung)

    Hier wird die Mikrobenpopulation massiv vermehrt.

    • Substrat: Kleie (Reis oder Weizen) oder feines Sägemehl dienen als Träger und Futterquelle.
    • Anmischung: IMO 2 wird im Verhältnis 1:1000 in Wasser gelöst. Damit wird das Substrat befeuchtet (Ziel: 60–70 % Feuchtigkeit – ein Ballen zerfällt beim Berühren, hält aber die Form).
    • Prozess: Das Substrat wird zu einem Haufen (max. 40 cm hoch) aufgeschichtet und mit Jutesäcken abgedeckt.
    • Temperatur: Die Temperatur muss überwacht werden. Sie sollte zwischen liegen. Steigt sie über , muss der Haufen gewendet werden, um eine Überhitzung und das Absterben der Mikroben zu verhindern.
    • Dauer: Nach 5–7 Tagen ist der gesamte Haufen von weißem Myzel durchzogen und riecht angenehm erdig.


    IMO 4: Boden-Adaption (Soil Integration)

    Die Mikroben werden an die spezifische Geologie des Zielortes gewöhnt.

    • Verfahren: IMO 3 wird im Verhältnis 1:1 mit dem lokalen Feldboden vermischt.
    • Zweck: Die Mikroben "lernen" die mineralische Zusammensetzung des Gartens kennen. Die Mischung sollte 2 Tage im Schatten ruhen, bevor sie ausgebracht wird.
  • theredone
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    • 17. März 2026 um 22:29
    • #4

    Kapitel 3: LAB – Milchsäurebakterien

    LAB sind extrem robust und dienen als "Türsteher" gegen Krankheitserreger.

    1. Prä-Kultur: Reiswaschwasser (das trübe Wasser nach dem Waschen von Reis) wird in ein Glas gefüllt (ca. 10 cm hoch) und für 2–3 Tage bei stehen gelassen, bis es leicht säuerlich riecht.
    2. Hauptfermentation: Die Flüssigkeit wird im Verhältnis 1:10 mit Frischmilch gemischt. Die Milchsäurebakterien aus dem Reiswasser vermehren sich explosionsartig und lassen die Milch gerinnen.
    3. Trennung: Nach 3–5 Tagen bildet sich oben eine Käseschicht (Proteine/Fette) und darunter ein gelbliches Serum. Die Käseschicht wird entfernt oder das Serum mit einem Schlauch abgezogen.
    4. Stabilisierung: Das reine Serum wird 1:1 mit Rohrohrzucker gemischt, um die Bakterien zu konservieren.
    5. Anwendung: 1 ml pro Liter Wasser. Ideal zur Blattdüngung gegen Mehltau oder als Bodenverbesserer.


    3.1 Lagerung & Haltbarkeit

    • Bedingungen: Kühl (), dunkel und erschütterungsfrei. Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden.
    • Haltbarkeit: Stabilisiert mit Zucker (1:1) hält LAB nahezu unbegrenzt, mindestens jedoch 1–3 Jahre.
    • Hinweis: Ein Gas-Release (leichtes Öffnen des Deckels) im ersten Monat ist ratsam.
  • theredone
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    • 17. März 2026 um 22:29
    • #5

    Kapitel 4: Hormonelle Pflanzenextrakte (FPJ & FFJ)

    4.1 FPJ (Fermented Plant Juice)

    Wird für das vegetative Wachstum genutzt, da es Auxine und Gibberelline enthält.

    • Ernte: Triebspitzen schnell wachsender Pflanzen vor Sonnenaufgang ernten.
    • Herstellung: Pflanzen zerkleinern, wiegen und 1:1 mit Rohrohrzucker mitmischen. In ein Glas füllen (2/3 voll), beschweren und 5–7 Tage fermentieren lassen.

    Empfohlene Zutaten & Booster-Eigenschaften

    Top-Ten Zutaten für hochwirksamen FPJ:

    1. Mungobohnensprossen: Extrem reich an Auxinen (Wachstumshormonen). Der ultimative Starter-Booster für die Wurzelbildung und junge Stecklinge.
    2. Lupinentriebe: Hoher Stickstoffgehalt und spezifische Aminosäuren, die das Blattwachstum massiv beschleunigen.
    3. Schnittlauch: Reich an Schwefelverbindungen. Es wirkt zusätzlich fungizid und stärkt die Widerstandskraft gegen saugende Insekten.
    4. Brennnessel (junge Triebe): Der Klassiker. Liefert Stickstoff, Eisen und Chlorophyllvorstufen.
    5. Beifuß: Enthält Terpene, die das Immunsystem stimulieren und als natürliche Schutzbarriere wirken.
    6. Bambussprossen: Enthalten Gibberelline für Zellstreckung. Ideal, wenn Pflanzen im Wachstum stagnieren.
    7. Löwenzahn (Blätter): Reich an Vitaminen und Mineralstoffen (insb. Kalium), unterstützt die Vitalität des Bodens.
    8. Beinwell (junge Blätter): Liefert Allantoin (Zellerneuerung) und bereitet die Pflanze auf eine starke Blüte vor.
    9. Klee (frisch): Ein hervorragender Stickstofflieferant durch die Symbiose mit Knöllchenbakterien.
    10. Schachtelhalm (frisch): Liefert Kieselsäure in organischer Form, was die Blattoberfläche härtet.


    4.2 FFJ (Fermented Fruit Juice)

    Liefert Kalium und Enzyme für die Blüte und Fruchtbildung.

    • Zutaten: Reife Früchte (Bananen, Papaya, Äpfel).
    • Herstellung: Analog zu FPJ, jedoch meist 7 Tage Fermentationszeit.

    Empfohlene Zutaten & Booster-Eigenschaften

    Top-Ten Zutaten für hochwirksamen FFJ

    1. Banane (sehr reif): Extrem hoher Kaliumgehalt. Fördert die Fruchtgröße, Festigkeit und die allgemeine Stressresistenz.
    2. Papaya: Reich an Papain-Enzymen, die Proteine abbauen und Nährstoffe für Mikroben extrem schnell verfügbar machen.
    3. Apfel: Enthält Pektine und natürliche Säuren, welche die Bodenstruktur verbessern und die Zuckerproduktion in der Frucht anregen.
    4. Kürbis (Hokkaido/Butternut): Reich an Beta-Carotin und Vitaminen. Unterstützt die Farbausprägung der Blüten und Früchte.
    5. Weintrauben: Liefern hochkonzentrierten Fruchtzucker und Hefen, welche die mikrobielle Aktivität im Boden explosionsartig steigern.
    6. Beeren (Brombeeren/Himbeeren): Enthalten Antioxidantien und spezifische Flavonoide, die das Terpenprofil und Aroma der Ernte veredeln.
    7. Mango: Hoher Gehalt an Vitamin A und C sowie Enzymen, die die Zellteilung während der Fruchtbildung stimulieren.
    8. Tomaten (überreif): Liefern Lycopin und spezifische Aminosäuren, die die Widerstandskraft gegen Hitzeperioden stärken.
    9. Birnen: Enthalten Bor und Jod in organischer Bindung, was die Pollenfertilität und den Fruchtansatz verbessert.
    10. Melone (Wassermelone/Honigmelone): Besteht aus leicht verfügbaren Zuckern und Wasserstrukturen, die als direkter Energiekick für die Pflanze dienen.


    4.3 Aloe-Vera-FPJ

    Aloe nutzt die Wachstumsenergie und die Enzyme der Pflanze. Besonders reich an Saponinen (Netzmittel).

    1. Vorbereitung: Ernte vor Sonnenaufgang. Nicht waschen, nur trocken abwischen.
    2. Rezept: Aloe-Blätter (mit Schale und Gel) in 1–2 cm Stücke schneiden. Wiegen und mit der gleichen Menge Rohrohrzucker vermengen.
    3. Fermentation: In ein Glas füllen, mit atmungsaktivem Tuch abdecken. 5–7 Tage an einem dunklen Ort lagern.
    4. Anwendung: 1–2 ml pro Liter. Perfekt als Haftmittel für Blattdüngungen.


    4.4 Lagerung & Haltbarkeit

    • Bedingungen: Kühl und dunkel. Nicht im Kühlschrank (Mikrobenaktivität wird zu stark unterdrückt), ideal ist ein kühler Keller.
    • Haltbarkeit: FPJ und FFJ sollten innerhalb von 6–12 Monaten verbraucht werden, da die Hormonaktivität mit der Zeit nachlässt.
    • Hinweis: Ein leichter Film auf der Oberfläche ist normal; bei Schimmelbildung oder säuerlichem Fäulnisgeruch entsorgen.
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    • 17. März 2026 um 22:29
    • #6

    Kapitel 5: FAA – Fisch-Aminosäuren (Liquid Gold)

    FAA ist ein hochkonzentrierter Stickstoffdünger und ein Elixier für die mikrobielle Population. Im Gegensatz zu chemischen Düngern liegen die Aminosäuren in FAA in einer Form vor, die von Pflanzen und Mikroben ohne energetischen Umweg sofort verstoffwechselt werden kann.

    5.1 Herstellung & Biochemie

    • Substrat: Roher Fisch (Köpfe, Gräten, Haut, Fleisch). Besonders wichtig sind die Innereien, da sie die proteolytischen Enzyme enthalten, die für den Abbau der Proteine notwendig sind.
    • Prozess: Fischreste wiegen und im Verhältnis 1:1 mit braunem Rohrohrzucker vermengen. Der Zucker dient als Konservierungsmittel (Osmose) und Energiequelle für die Enzyme.
    • Sperrschicht: Eine 2–3 cm dicke Zuckerschicht ganz oben im Gefäß fungiert als "Deckel", der pathogene Fäulnisprozesse und Geruchsbildung unterbindet.
    • Fermentation: Das Gefäß (2/3 gefüllt) mit atmungsaktivem Papier abdecken. Die Fermentationsdauer beträgt 3 bis 6 Monate.

    5.2 Top 5 Fischarten für FAA

    Die Wahl des Fisches beeinflusst die Nährstoffdichte und das Hormonprofil:

    1. Blaufisch / Makrele: Extrem reich an ungesättigten Fettsäuren und Proteinen. Liefert einen sehr potenten Stickstoff-Boost.
    2. Hering: Hoher Gehalt an Aminosäuren, die das Wurzelwachstum stimulieren.
    3. Thunfisch (Reste): Bietet eine hohe Dichte an Spurenelementen und Mineralien aus dem Tiefsee-Ökosystem.
    4. Sardinen: Wegen ihrer geringen Größe oft im Ganzen verarbeitet, was ein sehr ausgewogenes Nährstoffverhältnis ergibt.
    5. Süßwasserfische (Karpfen/Forelle): Gut verfügbar, enthalten jedoch oft ein anderes Spektrum an Enzymen, das ideal für die IMO-Aktivierung im Boden ist.

    5.3 Sensorik & Lagerung

    • Qualitätscheck: Ein fertiger FAA sollte dunkelbraun sein, eine sirupartige Konsistenz haben und angenehm wie reife Sojasauce oder Fischsauce riechen. Ein fauliger Schwefelgeruch deutet auf Sauerstoffmangel oder zu wenig Zucker hin.
    • Lagerung: Dunkel bei Raumtemperatur. FAA gewinnt durch längere Reifung an Qualität, da die Proteinbruchstücke immer kleiner und bioverfügbarer werden.

    5.4 Anwendung

    • Dosierung: 0,5 ml bis 1 ml pro Liter Wasser.
    • Effekt: FAA dient als "Treibstoff" für das Blattwachstum (Vegetative Phase) und als Nahrung für die IMO-Population bei der Bodenaufbereitung.
  • theredone
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    • 17. März 2026 um 22:30
    • #7

    Kapitel 6: Mineral-Extraktion (WCA, WCP, WMA)

    KNF nutzt organischen Essig (BRV oder Apfelessig), um Mineralien aus natürlichen Quellen zu lösen und in eine wasserlösliche, bioverfügbare Ionenform zu bringen (Chelatbildung).

    6.1 WCA (Water-Soluble Calcium)

    Calcium ist entscheidend für die Struktur der Zellwände und den Transport von Kohlenhydraten. Es wirkt wie der "Zement" zwischen den Pflanzenzellen.

    • Vorbereitung: Eierschalen gründlich reinigen (Innenhaut kann verbleiben). In einer Pfanne ohne Öl rösten (kalzinieren), bis sie hellbraun sind und leicht rauchen. Dies entfernt organische Reste und macht das Calcium reaktionsfreudig.
    • Extraktion: Die zerkleinerten Schalen in ein Glas geben und mit Essig im Verhältnis 1:10 übergießen. Das Gemisch sprudelt stark durch die Freisetzung von . Das Glas nur locker abdecken.
    • Dauer: Sobald keine Blasen mehr aufsteigen (ca. 7–10 Tage), ist die Reaktion abgeschlossen. Die Lösung filtern.
    • Anwendung: 1 ml/Liter. Besonders wichtig während des Streckungswachstums und der Fruchtbildung zur Vermeidung von Blütenendfäule.


    6.2 WCP (Water-Soluble Calcium-Phosphate)

    Calcium-Phosphat ist das "Gehirn" der Pflanze. Es steuert die Energieübertragung (ATP) und ist der primäre Auslöser für den Wechsel von der vegetativen in die generative Phase (Blüte).

    • Vorbereitung: Tierknochen (Rind, Schwein oder Huhn) nutzen. Die Knochen im Freien (wegen der Rauchentwicklung) verbrennen oder verkohlen, bis sie schwarz/anthrazit sind. Sie sollten nicht zu weißer Asche zerfallen, sondern ihre Struktur behalten.
    • Extraktion: Die verkohlten Knochen im Verhältnis 1:10 in Essig einlegen. Auch hier findet eine chemische Reaktion statt, die Phosphorsäure und Calciumionen löst.
    • Dauer: 7–14 Tage extrahieren lassen, bis die Lösung stabil ist, dann filtern.
    • Anwendung: 1 ml/Liter. Der "Blüh-Schalter": Anwendung beginnt kurz vor der Umstellung auf 12/12 Licht oder bei den ersten Anzeichen der Vorblüte.


    6.3 WMA (Water-Soluble Magnesium)

    Magnesium ist das zentrale Atom im Chlorophyllmolekül. Ohne Magnesium stagniert die Photosynthese, was zu gelben Blättern (Interkostalchlorosen) führt.

    • Vorbereitung: Als Quelle dient hochwertiges Gesteinsmehl (z.B. Basalt oder Diabas) oder Bittersalz in seiner natürlichen Form. Alternativ kann Meerwasser genutzt werden, welches im Verhältnis 1:30 mit Essig versetzt wird, um die Magnesium-Ionen zu stabilisieren.
    • Extraktion: Gesteinsmehl im Verhältnis 1:10 mit Essig mischen. 7 Tage stehen lassen und täglich einmal sanft umrühren.
    • Dauer: Nach ca. einer Woche setzen sich die festen Bestandteile ab; die klare Flüssigkeit oben ist das WMA.
    • Anwendung: 1 ml/Liter. Ideal als Blattdüngung bei ersten Anzeichen von Magnesiummangel oder zur Intensivierung der grünen Blattfarbe.


    6.4 Lagerung & Haltbarkeit

    • Bedingungen: Zimmertemperatur oder kühler Keller. Vor Licht geschützt.
    • Haltbarkeit: Aufgrund des hohen Säuregehalts (Essig) halten WCA, WCP und WMA unbegrenzt.
    • Hinweis: Es können sich Kristalle am Boden absetzen; dies ist kein Qualitätsmangel. Vor Gebrauch leicht schütteln.
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    • 17. März 2026 um 22:30
    • #8

    Kapitel 7: OHN – Oriental Herbal Nutrient (Phyto-Medizin)

    OHN ist eine tinkturartige Lösung, die Pflanzen widerstandsfähig gegen Stress und Schädlinge macht. Es wirkt als natürliches Antibiotikum und Immunstimulanz.

    Herstellung & Grundregeln

    • Alkohol: Verwende für alle Rezepte einen klaren Alkohol mit mindestens 32–40 % Vol. (z.B. Wodka oder weißer Rum). Er dient als Extraktionsmittel und Konservierung.
    • Verarbeitung: Frische Zutaten (Knoblauch, Ingwer, Zwiebeln) werden fein gehackt oder im Mörser zerstoßen, um die Zellstruktur aufzuchen und Enzyme freizusetzen. Trockene Zutaten werden ebenfalls grob gemörsert.
    • Prozess: 1. Trockene Kräuter 2 Tage in Bier rehydrieren (optional, verbessert die Extraktion).
      2. Zutaten mit Alkohol übergießen.
      3. 14 Tage an einem dunklen Ort ziehen lassen, dabei täglich im Uhrzeigersinn rühren.
      4. Abseihen und die Extrakte für die Anwendung mischen.


    7.1 Die frischen Varianten (je 125 g Mix + 250 ml Alkohol)

    Diese Variante nutzt die volle Enzymkraft frischer Pflanzen.

    1. OHN "Pilzschutz & Basis" (Der Allrounder)
    • Anwendungsbereich: Präventiver Basisschutz gegen Mehltau, Grauschimmel und Wurzelfäule. Stärkt die Zellwände gegen Pilzsporen.
    • 60 g Knoblauch & Ingwer (Mix, gehackt)
    • 40 g Ackerschachtelhalm & Brennnessel (frisch, gehackt)
    • 20 g Salbei & Thymian (frisch, gehackt)
    • 5 g Zimtstange (zerstoßen)
    1. OHN "Schädlings-Abwehr" (Der Bodyguard)
    • Anwendungsbereich: Akute und präventive Abwehr von saugenden und beißenden Insekten (Blattläuse, Thripse, Spinnmilben).
    • 60 g Knoblauch & Zwiebel (Mix, gehackt)
    • 30 g Chili (sehr scharf, gehackt)
    • 25 g Meerrettich & Wermut (frisch, gehackt)
    • 10 g Minze (frisch, gehackt)
    1. OHN "Wundheilung & Immunsystem" (Der Heiler)
    • Anwendungsbereich: Nach Schnittmaßnahmen (Topping, Defoliation) oder bei mechanischen Schäden. Beschleunigt die Kallusbildung und verhindert Infektionen.
    • 70 g Kurkuma & Ingwer (Mix, gehackt)
    • 30 g Ringelblume & Kapuzinerkresse (frisch, gehackt)
    • 25 g Brennnessel (frisch, gehackt)
    1. OHN "Aromatisches Tonic" (Der Harmonisierer)
    • Anwendungsbereich: Stressminderung bei extremen Klimaschwankungen (Hitze/Kälte). Verbessert die Photosynthese und fördert ein harmonisches Pflanzenbild.
    • 40 g Lavendel (Blüten/Blätter, frisch)
    • 30 g Rosmarin (frisch)
    • 30 g Salbei (frisch)
    • 25 g Fenchel (Samen gemörsert oder Kraut frisch)


    7.2 Die trockenen Varianten (je 250 ml Alkohol)

    Optimiert für eine hohe Wirkstoffdichte bei Verwendung von Trockenmasse. Knoblauch, Ingwer und Zwiebeln bleiben für die Enzyme immer frisch.

    1. OHN "Pilzschutz & Basis"
    • Anwendungsbereich: Langzeit-Prophylaxe im Gießwasser zur Stabilisierung der Bodenmikrobiologie und Unterdrückung pathogener Pilze im Substrat.
    • 40 g Knoblauch & Ingwer (frisch, gehackt)
    • 8 g Ackerschachtelhalm (getrocknet)
    • 8 g Brennnessel (getrocknet)
    • 4 g Salbei (getrocknet)
    • 4 g Thymian (getrocknet)
    • 5 g Zimtstange (zerstoßen)
    1. OHN "Schädlings-Abwehr"
    • Anwendungsbereich: Repellent-Wirkung bei Indoor-Kulturen. Erschwert den Insekten die Ansiedlung durch ätherische Barrieren.
    • 40 g Knoblauch & gelbe Zwiebel (frisch, gehackt)
    • 6 g Chili-Flocken/Pulver (getrocknet)
    • 5 g Meerrettich (getrocknet/Pulver)
    • 5 g Wermut (getrocknet)
    • 5 g Minze (getrocknet)
    1. OHN "Wundheilung & Immunsystem"
    • Anwendungsbereich: Systemische Stärkung über die Wurzeln. Erhöht die Produktion pflanzeneigener Abwehrstoffe (Phytoalexine).
    • 40 g Ingwer (frisch, gehackt)
    • 6 g Kurkuma (getrocknet/Pulver)
    • 6 g Ringelblume (getrocknet)
    • 6 g Kapuzinerkresse (getrocknet)
    • 5 g Brennnessel (getrocknet)
    1. OHN "Aromatisches Tonic"
    • Anwendungsbereich: Feinabstimmung des Terpenprofils in der späten Blütephase durch Anregung des sekundären Stoffwechsels.
    • 8 g Lavendel (getrocknet)
    • 6 g Rosmarin (getrocknet)
    • 6 g Salbei (getrocknet)
    • 5 g Fenchelsamen (getrocknet, gemörsert)


    7.3 Lagerung & Haltbarkeit

    • Bedingungen: Dunkel bei konstanter Temperatur.
    • Haltbarkeit: Durch den Alkoholgehalt hält OHN mehrere Jahre. Es reift wie ein guter Wein und wird mit der Zeit wirksamer.
    • Hinweis: Den Bodensatz nicht wegschütten; er enthält weiterhin wertvolle Wirkstoffe.
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    • 17. März 2026 um 22:30
    • #9

    Kapitel 8: BRV – Brauner Reisessig (Brown Rice Vinegar)

    BRV ist in KNF das primäre Lösungsmittel und Reinigungsmittel. Er dient zur Mineralextraktion (Kapitel 6) und verbessert die Blattstruktur. Eigenherstellung ist qualitativ hochwertiger als gekaufter Essig.

    8.1 Herstellung von eigenem BRV

    Der Prozess verläuft in zwei Stufen: Erst die alkoholische Gärung (Reiswein), dann die Essiggärung.

    Stufe 1: Der Reiswein (Sake-Basis)

    1. Reis vorbereiten: Braunen Reis gründlich waschen und dämpfen (nicht kochen), bis er weich, aber fest im Kern ist.
    2. Inokulation: Den abgekühlten Reis () mit Getreideschimmel (Koji/Aspergillus oryzae) oder einer Starterhefe mischen.
    3. Fermentation: In einem Tonkrug oder Glas lagern. Nach ca. 10–15 Tagen hat sich der Zucker des Reises in Alkohol verwandelt. Die Flüssigkeit abseihen.

    Stufe 2: Die Essigwerdung (Acetobacter)

    1. Belüftung: Den Reiswein in ein Gefäß mit weiter Öffnung füllen.
    2. Essigmutter: Eine hochwertige "Essigmutter" (Acetobacter-Kultur) hinzufügen oder das Gefäß mit einem Tuch abdecken und der Luft aussetzen.
    3. Prozess: Essigbakterien benötigen Sauerstoff. Die Fermentation dauert je nach Temperatur 1–3 Monate. Der Alkohol wird in Essigsäure umgewandelt.
    4. Abschluss: Wenn die Flüssigkeit stechend sauer riecht und keine alkoholische Note mehr hat, ist der BRV fertig.


    8.2 Lagerung & Reifung

    • Lagerort: Kühl und dunkel. Hochwertiger BRV reift mit der Zeit und wird milder und wirksamer.
    • Behälter: Glas oder Keramik. Metall vermeiden (Korrosion durch Säure).
    • Hinweis: Eine sich bildende Haut (neue Essigmutter) ist ein Zeichen von Vitalität und kann für den nächsten Ansatz genutzt werden.


    8.3 Anwendung

    • Reinigung: Löst Staub und Wachse auf Blättern, um die Photosynthese zu maximieren.
    • Extraktion: Unverzichtbar für WCA, WCP und WMA.
    • Dosierung: 2 ml pro Liter (1:500).
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    • 17. März 2026 um 22:31
    • #10

    Kapitel 9: Qualitätsmanagement & Sensorik

    • Sensorik: Ein gutes KNF-Präparat riecht nach Estern, Alkohol oder Karamell. Ein Geruch nach faulen Eiern () oder Ammoniak deutet auf eine Fehlgärung hin. Solche Chargen sollten entsorgt (oder auf den Kompost gegeben) werden.

    Lagerung: Alle Präparate sind lebende Produkte. Sie müssen kühl, dunkel und bei stabilen Temperaturen gelagert werden.

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    • 17. März 2026 um 22:31
    • #11

    Kapitel 10: Anwendungstabelle (1 Liter Basis)

    PräparatKürzelGießenBlattNutzen
    PflanzensaftFPJ2 ml2 mlWachstum / Hormone
    FruchtsaftFFJ2 ml2 mlBlüte / Zucker
    MilchsäureLAB1 ml1 mlImmunschutz
    KräuterextraktOHN1 ml1 mlSystemische Resistenz
    CalciumWCA1 ml1 mlZellstabilität
    PhosphatWCP1 ml1 mlEnergie / Wurzel
    MagnesiumWMA1 ml1 mlChlorophyll
    Fisch-AminoFAA1 ml0,5 mlStickstoff
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    • 17. März 2026 um 22:32
    • #12

    Kapitel 11: pH-Regulierung auf KNF-Basis

    • Acidifikation (Down): Höhere Dosierung von BRV (bis 5 ml/L) oder LAB verwenden.
    • Alkalisierung (Up): Tropfenweise Holzasche-Lauge (WKP - Water Soluble Potassium) hinzufügen.
    • Puffer: Regelmäßige IMO-Gaben erhöhen die Huminstoffe im Boden. Diese wirken als Ampholyte und puffern pH-Schwankungen natürlich ab.
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    • 17. März 2026 um 22:33
    • #13

    Komparative Analyse: KNF vs. BioBizz

    BioBizz ProduktKNF ÄquivalentFunktion / Wirkweise
    Bio-GrowFPJ / FAAStickstoff, Vitamine, Auxine
    Bio-BloomFFJ / WCPPhosphor, Kalium, Enzyme
    Top-MaxOHN / BRVFulvosäuren, Terpen-Stimulation
    Alg-A-MicAlgen / Brennnessel-FPJStressresistenz & Spurenelemente
    Acti-VeraAloe-Vera-FPJSaponine, Enzyme, Wundheilung
    CalmagWCA / WMABioverfügbares &
    Bio-HeavenFAA / LAB / HumineChelatbildung & Energie (ATP)
    Leaf-CoatLAB / OHNAntiseptischer Schutzfilm
    MicrobesIMO 4 / LABMikrobielle Diversität & Bodenstruktur
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