Hey zusammen,
ich bin bisher nicht 100 % sicher, ob es am Ende wirklich ein vollwertiger Growbericht wird, aber ich habe es zumindest vor. Es wird aufwendiger, weil bei mir gerade noch die Autos laufen und das zeitlich zu synchronisieren wird sportlich.
Auf jeden Fall für manche vielleicht interessant: ein Keimtest. Es handelt sich um meine eigene Sorte, und jede Charge wird insgesamt 3-mal getestet (3 × 50 Samen). Es geht um die Keimfähigkeit über den Verlauf der Chargen.
Testparameter
- Sorte: SBAK, F3 (letzte Charge, Erntejahr 2025)
- Sex: Regular
- Vorbereitung: Einweichen in RO-Wasser (< 0,1 EC), 18 h
- Medium: feuchtes Tuch
- Ablesung: alle 24 h, max. 9 Tage
- Erhoben: Keimrate je Tag, Gesamtkeimrate
SBAK Strain Info
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Herkunft/Kreuzung Superboof-Linie × AK (Spliff Seeds).
Auf der AK-Seite standen 20 reguläre Samen zur Verfügung. Auf der Superboof-Seite war der Preis der begrenzende Faktor – entsprechend klein war der Pool, aus dem ich selektieren konnte.
Zur AK-Seite (Spliff Seeds)
! Nicht zu verwechseln mit der AK-47 von Serious Seeds ! – das hier ist die hauseigene AK von Spliff Seeds aus Amsterdam. Genotyp: (Colombian Gold × Highland Thai × Mexican × Afghani #1) × NL Special, rund 70 % indicadominant, 8 Wochen Blüte, Incense-Aroma mit würzig-süßem Geschmack, kompakte harzige Blüten.
Spliff selbst beschreibt sie als sehr schimmelresistent und als eine ihrer stabilsten Varietäten mit uniformen Pflanzen – unkompliziert im Anbau, verträgt höhere wie niedrigere Temperaturen und benötigt wenig Dünger.
Genau deshalb war sie für mich der richtige Kreuzungspartner: Robustheit, Temperaturtoleranz, geringer Düngerbedarf und vor allem die Uniformität. Wer eine stabile, gleichmäßige Linie einkreuzt, bekommt eine deutlich berechenbare F1 – dass die bei mir von Anfang an so homogen ausgefallen ist, führe ich zu einem guten Teil auf die AK-Seite zurück. Die Merkmale, die ich an SBAK als „nicht kaputtzukriegen“ beschreibe, kommen erkennbar von hier.
Zur Superboof-Seite
in aller Offenheit: Mir ist eine Festplatte gestorben und damit ein großer Teil meiner Dokumentation. Welches Ausgangspack das genau war, kann ich deshalb nicht mehr belegen. Ich schreibe lieber „nicht mehr sicher dokumentiert“ hin, als mir eine Herkunftsangabe auszudenken, die später jemand zu Recht zerlegt. Was ich sagen kann: Der Superboof-Charakter ist in der Linie über alle Generationen klar wiedererkennbar.
Superboof - Info
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Wer's nicht kennt — Superboof ist eigentlich ein Klon-Phänotyp: Blockhead züchtete 2019 in Kalifornien die Sorte Blockberry (Black Cherry Punch × Tropicana Cookies), und Mobilejay selektierte daraus einen Pheno, den er Superboof nannte. Alles, was als Samen unter dem Namen läuft, ist also streng genommen eine Population aus derselben Kreuzung, nicht der Cut. Umso mehr Grund, bei der Herkunft ehrlich zu bleiben.
Genetik Info
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Warum diese Kombination?
Die Elternwahl war kein Zufallsgriff. Terpenprofil, Geruch und Wirkung wollte ich gar nicht verändern – die waren auf beiden Seiten genau das, was ich haben wollte, und haben sich in der F1 wie erhofft zusammengefügt. Deshalb habe ich mir diese Genetiken ausgesucht: Damit ich an diesen Merkmalen nicht arbeiten muss. Die Kreuzung sollte liefern, was die Eltern ohnehin mitbringen, und mir den Kopf für das freihalten, woran es mir tatsächlich fehlte.
Generation
aktuelle Charge ist F3. Aus der F1 wurde selektiert und weitergezüchtet, aus der F2 erneut – also zwei bewusste Selektionsschritte. Die F1 war bereits gefühlt homogen, die F3 ist inzwischen ebenfalls sehr stabil. Ob ich zur F4 weiterselektiere und dabei per STS auf feminisierte Samen gehe, ist derzeit noch offen.
Selektionskriterien Selektiert wurde gezielt auf zwei Punkte:
- Wuchsstruktur — deutlich alternierender, zickzackförmiger Aufbau mit vergleichsweise geringer Blattmasse, damit sich die Pflanze nicht selbst beschattet und minimales Training ausreicht. Das war das Hauptziel und hat ausgezeichnet funktioniert.
- Resistenz — sekundär, aber konsequent mitgeführt, unter anderem über einen Outdoor-Lauf.
Geruch, Terpene und Wirkung liefen ohne gezielte Selektion mit und sind über die Generationen gleichbleibend geblieben. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern das Ergebnis der Elternwahl.
Typ nach Elternanteilen: indicadominant (AK‑Seite ~70 % Indica, Superboof ist ein ausgeglichener Hybrid) – phänotypisch bestätigt sich das im kompakten Blattbild, allerdings mit hybridtypischem Streckverhalten in der Blüte.
Blütezeit Aus der Genetik zu erwarten sind 8–9 Wochen. Die AK-Seite liegt bei etwa 8 Wochen, die Superboof-Seite je nach Quelle bei 8–10. Eine eigene, sauber unter kontrollierten Bedingungen erfasste Zahl gebe ich hier bewusst noch nicht an – die bisherigen Läufe waren Selektionsläufe, nicht auf reproduzierbare Blütezeit ausgelegt. Das wird in diesem Run erhoben.
Wuchsverhalten: sehr lichthungrig und streckfreudig. Bei ausreichend Licht ca. 100 % Stretch, bei zu wenig Licht bis ~200 % — sie zieht dann kompromisslos zur Lampe. Nach oben scheint es beim Licht kaum eine Sättigung zu geben; sie hat bislang jedes Level angenommen, das ich ihr gegeben habe. Düngerbedarf ist eher gering.
Besonderheiten
Resistenz: der eigentliche Grund, warum die Linie bei mir bleibt. Bis heute keine Schimmelbildung, kein Bud-Rot, keine Schädlinge. Der letzte Lauf war komplett sauber. Sie lässt sich außerdem kaum überfahren: austrocknen oder Verbrennen ist mir bisher nicht gelungen, und im letzten Test standen zwei Wochen vor der Ernte 34 °C an, ohne dass sie Stressanzeichen gezeigt hätte – außer zusätzlichem Stretch.
Terpene: Zugegebenermaßen schwer zu beschreiben. Sehr fruchtig, aber komplex und nicht auf ein Profil zu reduzieren. Wer Superboof kennt, erkennt es sofort wieder – das AK-Erbe legt aber noch eine eigene Basis darunter. Über die Generationen ist das Profil gleichbleibend geblieben.
Ertrag: Hier gebe ich bewusst keine SBAK-Zahl an, weil meine bisherigen Läufe reine Testläufe waren und nicht auf Ertrag gefahren wurden. Als Hausnummer in meinem Set-up rechne ich mit rund 1 g/W bzw. bis ca. 200 g trocken pro normal gezogener Pflanze. Belastbare Zahlen kommen aus diesem Run.
Anbau bisher
- F1 und F2: Living Soil
- F3: Steinwolle (Grodan Delta-Blöcke), mineralisch, manuell bewässert
- Dieser Run ist der erste mit automatisierter Bewässerung
- Ein Outdoor-Lauf mit gezieltem Fokus auf Resistenz – hervorragend durchgelaufen
- Sonst ausschließlich Indoor, mehrere Testläufe pro Generation
Equipment
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Hinweis zum Testumfang (CanG)
Dies ist der dritte Test dieser Reihe, aber der erste, den ich in Deutschland durchführe. Deshalb fällt er bewusst kleiner aus als seine Vorgänger: Auf den Lebensfähigkeitsteil verzichte ich komplett – es wird also nicht erfasst, wie lange die Sämlinge bis zum ersten echten Blattpaar benötigen. Ausgewertet wird ausschließlich die Keimfähigkeit; danach wird das Material entsorgt.
Je nachdem, wie meine aktuell laufenden Pflanzen fertig werden, behalte ich zwischen 0 und 6 Sämlingen für den Growbericht – die genaue Zahl ergibt sich aus dem Zeitplan, nicht aus dem Testergebnis. Ich bleibe damit in dem Rahmen, der mir zusteht. Falls sich die Läufe zeitlich nicht sauber überschneiden lassen, bleibt es beim reinen Keimtest ohne Anschlussgrow.



